Visionen städtischer Entwicklung. Zwischen Idealisierung, Praxis und Materialisierung.

Internationale Tagung Soziale Arbeit und Stadtentwicklung, 23. – 24. Juni 2022, online

Die Entwicklung von Städten war immer schon von Sehnsüchten nach einer «besseren Welt» und Entwürfen eines «guten Lebens» durchdrungen. Die daraus entstandenen Visionen zwischen utopischer Erlösung und dystopischer Gefahr, zwischen Sozialutopie und ästhetischem Programm haben in der Vergangenheit innovative Schübe in der Stadtentwicklung ausgelöst und übernehmen auch heute noch eine wichtige Funktion in der Refiguration städtischer Räume. Dabei bewegen sie sich stets in einem Spannungsfeld von Idealvorstellung und realer Machbarkeit. Die «soziale Stadt», «die resiliente Stadt», das «Quartier der kurzen Wege», die «Stadt als Gemeingut» oder «Ecopolis» sind gleichermassen Positionierungen, Entwürfe und Problematisierungen, die neben ihren konkreten Umsetzungsstrategien immer auch eine zukunftsgerichtete Vorstellung über Stadt und das gesellschaftliche Zusammenleben beinhalten.

Die Soziale Arbeit hat sich an der Gestaltung städtischer Zukünfte immer schon in vielfältiger Weise beteiligt. Sie hat sowohl konzeptionell als auch praxisorientiert vor allem zu den ökonomischen und planerischen Visionen und deren Umsetzungen Gegenpositionen bezogen, sich eingemischt und dadurch städtische Räume, Lebensverhältnisse und Ideale des städtischen Lebens mitstrukturiert. Die historische Spurensuche führt uns hier zu prägenden Akteur*innen wie Jane Addams, Paulo Freire oder Saul Alinsky und verästelt sich heute in den vielfältigen Ausdifferenzierungen der raumbezogenen Sozialen Arbeit, wie etwa Gemeinwesenarbeit, soziokulturelle Animation, Quartierentwicklung, oder Sozialraumarbeit.

Die 6. Internationale Tagung «Stadtentwicklung und Soziale Arbeit» widmet sich vor diesem Hintergrund den vielfältigen, konkurrierenden und durchaus auch konfliktreichen Visionen von Stadt und gesellschaftlichem Zusammenleben, sowie den darin skizzierten Zukünften im Spannungs-verhältnis von Idealisierungen, Praktiken und Materialisierungen. Dabei stehen folgende Fragen im Fokus:

  • Welche Visionen von Stadt und städtischem Leben entwickelt die Soziale Arbeit? Welche Positionierungen und Gegenentwürfe erzeugt die Soziale Arbeit? Welche Visionen sind gescheitert oder blieben unerfüllt? Welche Normen und Wertevorstellungen sind diesen Visionen inhärent?
  • Mit welchen Strategien und Rollenverständnissen versucht die Soziale Arbeit diese um-zusetzen? Wo und wie bringt sie ihre Visionen städtischen Zusammenlebens ein, z.B. durch fachliche Impulse, Kritiken und Lösungsvorschläge? Welche Beispiele gibt es hier für konkrete Umsetzungen und Materialisierungen städtischer und gesellschaftlicher Visionen?
  • Was sind Traditionen, Konturen und Perspektiven einer visionären Praxis Sozialer Arbeit? Inwiefern kann Soziale Arbeit im Zusammenhang mit Stadtentwicklung (auch) als eine visionäre Praxis begriffen werden?

Die 6. Internationale Tagung Soziale Arbeit und Stadtentwicklung bietet 23./24. Juni 2022 einen Rahmen, um über diese und weitere Themen miteinander in einen Austausch zu kommen.

Zielgruppen

Die Tagung richtet sich an alle Interessierten, die sich mit Stadt- und Quartierentwicklung beschäftigen (Quartierarbeit, Forschung, Verwaltung usw.). Angesprochen sind Angehörige verschiedener Disziplinen wie Soziale Arbeit, Architektur, Stadt- und Raumplanung, Geografie, Politik, Verwaltung, Soziologie, Ökonomie und Kunst.

Call for Papers

Der Call für Papers mit näheren Informationen zu den Formaten wird im Herbst 2021 veröffentlicht.

Anmeldung

Ab Herbst 2021

Hinweis

Die Tagung wird gänzlich online durchgeführt.

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